27.12. The Day after
Als wir nach einer unruhigen
Nacht zum Frühstücken gehen, wird uns erst bei Tageslicht das volle
Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Überall liegt Müll und Dreck,
zerstörte Liegen und Stühle, die von der Flutwelle weit in die
Bungalowanlage hinein gespült wurden. An der einst belebten
Strandstraße steht nichts mehr. Die Kaimauer wurde sogar von der
Flutwelle gesprengt und tonnenschwere Felsbrocken hat das Wasser
meterhoch die Böschung hinaufgeschwemmt. Unglaublich mit
welcher Wucht das Wasser hier alles zerstört hat. Autos und
Kleinbusse wurden von den Wassermassen von der Straße bis unter die Lobby des
Hotels gespült. Restaurants und Geschäfte wie Streichhölzer
zerbrochen, sogar von der aus Stein gemauerten Pizzeria steht nur
noch der Kamin.
Es ist kaum zu fassen, wie
viele Existenzen hier in Sekunden zerstört wurden, wenn man bedenkt,
das jeder Einheimischer hier vom Tourismus lebt.
Von der
Hotelleitung werden wir nach dem Frühstück aufgefordert, am Pool auf die Reiseleitung zu
warten. Also mache ich einige Bilder und suche uns am Pool ein
schattiges Plätzchen um die Wartezeit so angenehm wie irgendwie
möglich zu
machen. Einer der Hotelgäste fuhr mit einem gemieteten Moped die
ganze Westküste hinauf und von Ihm erfahren wir, das es uns
hier im Süden der Insel noch gut geht. In Patong, Kamala und am Bang
Tao Beach wurden ganze Hotel vollkommen vom Tsunami weggerissen und
die Verwüstung ist noch verheerender.
Erst spät am Nachmittag kommt unsere Reiseleitung und
erklärt uns, dass wir wenn wir wollen abreisen könnten. Er erzählt
auch, das es keine reservierten Sitzplätze in den Flugzeugen gibt
und nach dem "wer zuerst kommt, fliegt zuerst" eingecheckt wird. Das
würde bedeuten, wir müssten mit ein oder zwei Tagen am Flughafen
rechnen. Da fast alle Touristen auf der Insel nach hause wollen und
der Flughafen von Phuket bereits überfüllt ist, beschließen wir
bis zum Schluss unseres Urlaubs hier im Sabana zu bleiben. Wir haben
hier einen großen Pool, Strom und fließendes Wasser, es gibt genug
zum Essen und Trinken. Dies ist immer besser als tagelang am
Flughafen zu warten.
Zum Abendessen gehen wir in
ein etwas weiter vom Strand entferntes Restaurant, das von der Welle
verschont wurde.